ISO 20022 News
26.05.2026
ISO 20022: „Das schwierigste Thema im Zahlungsverkehr heute“
Auf der Nacha-Konferenz Smarter Faster Payments 2026 in San Diego wurde deutlich, dass die US-Finanzbranche ISO 20022 längst nicht als abgeschlossenes Migrationsprojekt betrachtet. Das berichten "Finextra" und "Payments Dive". Besonders pointiert formulierte es Jenny Lee, Head of US Wire Product bei Bank of America: ISO 20022 sei „das schwierigste Thema im Zahlungsverkehr heute“. Im Mittelpunkt der Diskussion standen weniger technische Go-Lives als vielmehr die noch ungelösten Herausforderungen rund um Datenqualität, die Integration von Legacy-Systemen, die Nutzung der zusätzlichen Informationen für Automatisierung und Reconciliation sowie die Frage, wann sich die hohen Investitionen tatsächlich auszahlen werden. Das Stimmungsbild war dabei weniger von Euphorie als von Pragmatismus geprägt: Die Migration gilt als notwendiger Schritt, der eigentliche Mehrwert muss jedoch vielerorts erst noch realisiert werden.
28.04.2024
T2 Service Release im Juni läutet ISO 20022-"unfreeze" ein
Bis zum Deployment des T2 Service Release Mitte Juni 2026 sind es nur noch wenige Wochen. Dieser Termin markiert einen wichtigen Meilenstein: Mit dem Release startet das Eurosystem offiziell die nächste Phase der ISO-20022-Weiterentwicklung. Kern ist die sogenannte „Unfreeze Strategy“. Sie soll die bislang auf MR2019 eingefrorene Nachrichtenbasis schrittweise wieder an die aktuellen ISO-Maintenance-Releases heranführen. Geplant ist zunächst ein erster Schritt auf ISO MR2024 im Juni 2026, gefolgt von regelmäßigen, künftig möglichst jährlichen Updates.
Europäische Zentralbank und Bundesbank beschreiben den abgestuften Ansatz: Während zahlreiche Nachrichtenformate – insbesondere im Reporting, Liquiditätsmanagement und in der technischen Infrastruktur – auf neue ISO-Versionen angehoben werden, bleiben die zentralen RTGS-Zahlungsnachrichten bewusst unverändert auf MR2019. Hintergrund ist die Sicherstellung der Interoperabilität mit globalen Standards wie CBPR+ und HVPS+. Eine Anpassung dieser Kernnachrichten ist erst für November 2027 vorgesehen.
Inhaltlich konzentriert sich das Release damit vor allem auf technische Anpassungen. Dazu zählen unter anderem Schema-Upgrades, Änderungen an Datentypen sowie die verpflichtende Umstellung des Business Application Headers (head.001) auf eine neue Version, die alle Nachrichten betrifft. Die eigentlichen Zahlungsprozesse bleiben hingegen stabil, auch wenn die Änderungen umfassende Tests und Anpassungen auf Systemseite erfordern. Die Experten von RedCompass Labs merken in ihrer Einordnung an, dass Banken damit mehrere ISO-Versionen parallel verarbeiten und Validierungslogiken anpassen müssen. Zudem müssten die Institute ihre Systeme auf kontinuierliche Updates ausrichten.
24.04.2026
Commerzbank: ISO 20022 erzwingt strukturiertes Adressmanagement
Die Commerzbank weist darauf hin, dass ab November 2026 unstrukturierte Adressen in Zahlungsnachrichten nicht mehr zulässig sind. Unternehmen müssten daher ihre Stammdaten sowie ERP-, Treasury- und Payment-Systeme rechtzeitig auf strukturierte oder hybride Adressformate umstellen. Besonders bei grenzüberschreitenden Zahlungen würden vollständige und korrekt strukturierte Adressen zunehmend verpflichtend, da andernfalls Ablehnungen drohen. Ziel ist eine durchgängig höhere Datenqualität, die sowohl regulatorische Prüfungen als auch die Automatisierung im Zahlungsverkehr verbessert. „Das ist nicht nur ein Format-Thema. Es ist ein Readiness-Thema", betont Sebastian Schuldt, Director und Experte für Payments & Cash Management bei der Commerzbank.
22.04.2026
BIS mahnt: Mehrwert von ISO 20022 größtenteils noch nicht gehoben
In ihrem aktuellen CPMI Brief stellt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) klar: ISO 20022 ist zwar technisch umgesetzt, wird aber vielfach nur oberflächlich genutzt. Like-for-like-Umsetzungen, geringe Datenqualität, fortbestehende MT-Logiken sowie fehlende Systemmodernisierung verhindern demnach, dass die Vorteile strukturierter Daten greifen. Gleichzeitig führe die mangelnde Harmonisierung zu Fragmentierung. Die Folge: STP-Potenziale bleiben ungenutzt, grenzüberschreitende Zahlungen ineffizient und Compliance-Vorteile begrenzt. In der Post-Migrationsphase werde Governance damit zum entscheidenden Faktor – notwendig seien klare Datenstandards, internationale Harmonisierung, gesteuerte Release-Zyklen und ein konsequentes Monitoring. Zugleich läuft die G20-/CPMI-Roadmap weiter: Der Druck auf Nutzungstiefe und Standardisierung werde bis 2027 deutlich steigen.
16.03.2026
SCoRE-Monitoring: ISO 20022 bleibt größter Engpass
Die SCoRE-Monitoringberichte für das zweite Halbjahr 2025 zeigen in Deutschland und Österreich ein ähnliches Bild: Die Einführung von ISO 20022 im Collateral-Management kommt langsamer voran als geplant. Während die Zentralverwahrer – etwa Clearstream in Deutschland und OeKB CSD GmbH in Österreich – bei der Umsetzung der SCoRE-Standards bereits weit fortgeschritten sind, liegen viele Custodian-Banken noch deutlich zurück. Besonders die Umstellung auf ISO-20022-Messaging gilt in beiden Märkten weiterhin als zentrale Herausforderung für die Harmonisierung der Prozesse im europäischen Wertpapier-Collateral-Umfeld.
11.03.2026
HVPS+ UG2026 Guidelines auf SWIFT MyStandards verfügbar
Die bei SWIFT angesiedelte HVPS+ Working Group hat die finale Version der HVPS+ UG2026 Usage Guideline Collection auf der Plattform MyStandards veröffentlicht. Gegenüber dem im Dezember 2025 publizierten Entwurf wurden nur wenige kleinere Anpassungen vorgenommen. Eine zentrale Änderung betrifft die Adressdaten: Das Schema verlangt nun verpflichtend die Angabe von Town Name und Country. Vollständig unstrukturierte Postadressen sind damit nicht mehr zulässig. Ziel ist eine bessere Datenqualität sowie die Interoperabilität mit den entsprechenden Anforderungen von CBPR+. Zusätzlich wurde erstmals ein UG2026 Implementation Guide veröffentlicht.
10.03.2026
Von Freitext zu Struktur: Banken vor Adressdaten-Umbau
Mit den nächsten Meilensteinen der ISO 20022-Migration im Zahlungsverkehr – insbesondere die Frist zum November 2026 – steigen die Anforderungen an Adressdaten deutlich, konstatiert "Trace Financial" in einer aktuellen Analyse. Unstrukturierte Freitext-Adressen werden schrittweise verdrängt, strukturierte bzw. hybride Formate rücken in den Fokus, um Datenqualität, Compliance und Interoperabilität zu verbessern. Für viele Institute sei das mehr als ein Formatwechsel: Legacy-Systeme, Kundenschnittstellen und interne Prozesse müssten umfassend angepasst werden. Banken stünden nun vor der Aufgabe, ihre Datenlandschaft zu analysieren, Freitext-Adressen zu identifizieren und eine Zielstrategie zwischen hybriden Übergangslösungen und vollständig strukturierten Daten zu definieren.
09.03.2026
BNP Paribas weist auf verschärfte ISO-20022-Adressanforderungen hin
In einem aktuellen ISO-20022-Newsletter für Unternehmenskunden weist BNP Paribas auf eine wichtige Frist im Zahlungsverkehr hin: Ab 15. November 2026 werden Zahlungsaufträge mit vollständig unstrukturierten Adressen von SWIFT und zentralen Marktinfrastrukturen nicht mehr akzeptiert. Mindestens Country Code und Town Name müssen künftig in strukturierter Form übermittelt werden. Während der Übergangsphase seien noch strukturierte oder hybride Adressen erlaubt. Unternehmen sollten daher ihre Stammdaten sowie ERP- und Treasury-Systeme entsprechend vorbereiten und ältere Formate wie MT101 möglichst durch ISO-20022-XML-Formate wie pain.001 ersetzen.
06.03.2026
ISO 20022: Harmonisierung wird zur nächsten Aufgabe
Die Migration auf ISO 20022 geht in die nächste Phase. Ein Bericht der Bank for International Settlements (BIS) fordert eine stärkere Harmonisierung der strukturierten Zahlungsdaten im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr bis 2027. Gleichzeitig zeigen aktuelle Marktbeobachtungen – etwa von RedCompass Labs –, dass viele Banken mit den nächsten Meilensteinen wie strukturierten Adressen und neuen Exceptions- und Investigations-Prozessen noch Schwierigkeiten haben.
23.02.2026
xBorder-Payments: RTGS, ISO 20022 und digitale Währungen als Treiber
In einem Beitrag auf Finextra erläutert Rachel Greener von AccessPay, wie die weltweite RTGS-Modernisierung und die ISO-20022-Migration den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr grundlegend verändern. Strukturiertere Daten, höhere Transparenz und bessere Automatisierung schaffen die Basis für effizientere, schnellere und compliance-sichere Cross-Border-Prozesse. Gleichzeitig erhöhen digitale Währungen und neue Infrastrukturen den Innovationsdruck. Institute müssten daher Datenqualität, Systeme und Prozesse strategisch neu ausrichten.
16.02.2026
Golden Record via ISO 20022: seev.001 als neuer HV-Standard
In einem Beitrag für „GoingPublic“ berichten Hendrik Melchior (Clearstream Europe) und Johannes Müller (ADEUS Aktienregister-Service-GmbH), dass Mitte Dezember 2025 erstmals ein Golden Record im deutschen Markt über SWIFT im ISO-20022-Format an Clearstream übermittelt wurde. Herzstück des neuen Standards ist die ISO-Nachricht seev.001. Sie bildet künftig den verbindlichen Golden Record zwischen Emittent und Banken und enthält sämtliche relevanten HV-Informationen – von Datum, Record Date und Fristen über die vollständige zweisprachige Tagesordnung bis zu Abstimmungsoptionen je TOP und technischen Prozessparametern.
12.02.2026
ISO 20022: „Alles auf einmal“ für US-Banken bis November 2026
US-Banken stehen bis November 2026 vor einer außergewöhnlichen Konstellation: Die drei zentralen Infrastrukturen für Großbetrags- und grenzüberschreitende Zahlungen – Fedwire, CHIPS und SWIFT (SR2026) – werden dann ausschließlich ISO 20022-Nachrichten akzeptieren. Besonders herausfordernd ist nach Ansicht von RedCompass Labs der Zeitpunkt: Alle drei Systeme stellen im selben Monat um - u.a. auf strukturierte (und hybride) Adressen sowie Änderungen bei E&I. Banken könnten die Migration nicht nacheinander durchführen, stabilisieren und anschließend zur nächsten Plattform wechseln. Stattdessen müssten sie ihre Systeme ganzheitlich vorbereiten – von Datenmodellen über Sanktions- und Fraud-Checks, Investigations und Reconciliation bis hin zu Middleware, Liquiditätssteuerung sowie Kundenkanälen. Ein zentrales Risiko sei: Schwächen in einem Zahlungsweg oder einzelnen Datenelementen können mehrere Zahlungsströme gleichzeitig beeinträchtigen. Fällt beispielsweise die zuverlässige Abwicklung über Fedwire auch nur kurzfristig aus, kann dies direkte Auswirkungen auf CHIPS-Zahlungen haben – etwa bei der Finanzierung des Settlement-Kontos bei der Federal Reserve Bank.
10.02.2026
E&I: Legacy-Systeme als strukturtragende Ergänzung
Aufbauend auf ein jüngstes Interview zu ISO 20022 im E&I-Umfeld beleuchtet das "Legacy IT Center" ergänzend die Rolle gewachsener Systemlandschaften. Payment-Experte Udo Browarczik erläutert, wie definierte Investigation Request Cases unter ISO 20022 fachlich auf bestehende Prüf-, Matching- und Buchungslogiken aufsetzen können. Zentrale Botschaft: Das neue SWIFT Case Management ersetzt Legacy-Systeme nicht, sondern ergänzt sie um eine strukturierte fachliche Ebene.
09.02.2026
E&I unter ISO 20022: Zielbild und Umsetzungsrealität
In einem Interview ordnet Steffen Grenzheuser, Senior Consultant bei DPS, die Migration von Zahlungsverkehrsreklamationen (Exceptions & Investigations, E&I) auf ISO 20022 ein. Thematisiert werden unter anderem das neue SWIFT Case Management, die Investigation Request Cases sowie die praktischen Auswirkungen auf Prozesse, Routing-Logiken und bestehende Systemlandschaften. Begleitend wird eine Marktbefragung zur Umsetzung von ISO-20022-E&I durchgeführt, die Einblicke in Umsetzungsstände, Planungen und Herausforderungen bei Banken, Dienstleistern und Lösungsanbietern geben soll.
02.02.2026
Merck setzt auf ISO 20022 für automatisierten Zahlungsverkehr
Der Pharmakonzern Merck setzt bei der Modernisierung seines Zahlungsverkehrs auf ISO 20022. Uwe Reinemer, Head of Treasury Technology & Digitalisation bei Merck, erläutert in einem Podcast der Deutschen Bank die strategische Bedeutung strukturierter Zahlungsdaten für Automatisierung, Effizienz und Transparenz im Treasury. Auch Der Treasurer greift die Aussagen auf und berichtet über Mercks Weg hin zu einem stärker automatisierten Zahlungsverkehr auf Basis von ISO 20022.
12.01.2026
Top-Thema ISO 20022: Vom Pflichtprogramm zum Mehrwert
Zahlreiche Branchenbeobachter sehen 2026 als das Jahr, in dem ISO 20022 endgültig über reine Compliance hinauswächst. So betont Deloitte in seinem Jahresausblick, dass der eigentliche Wettbewerbsvorteil nicht in der bloßen Migration liegt, sondern in der konsequenten Nutzung strukturierter Daten zur Effizienzsteigerung, besseren Analytik und neuen Ertragsmodellen im Zahlungsverkehr. Auch RedCompass Labs spricht vom „end of the beginning“: Ab November 2026 werden unstrukturierte Adressdaten in CBPR+ nicht mehr akzeptiert. Institute müssen auf vollständig strukturierte oder hybride Formate umstellen – andernfalls drohen Verzögerungen, höhere Kosten und erhöhte regulatorische Aufmerksamkeit. Parallel entwickeln Marktinfrastrukturen ihre ISO-Rulebooks weiter und setzen CPMI-Vorgaben zur Datenharmonisierung um, was direkte Auswirkungen auf Interoperabilität und Liquiditätsmanagement hat. Der Payments Outlook 2026 von Bottomline ordnet diese Entwicklung klar ein: Banken, die jetzt Datenqualität, Governance und operative Prozesse stärken, können den Mehrwert von ISO 20022 aktiv heben. Für alle anderen bleibe das Format ein Kosten- und Risikofaktor.
Ergänzend rückt auch der Bereich Exceptions & Investigations (E&I) stärker in den Fokus: ISO-20022-basierte Nachrichten verändern Reklamations- und Klärungsprozesse grundlegend, da strukturierte Daten neue Anforderungen an Datenqualität, Prozessdurchgängigkeit und Systemunterstützung stellen – ein Aspekt, den DPS in einem aktuellen Fachbeitrag zu Zahlungsverkehrsreklamationen ausdrücklich hervorhebt.
07.01.2026
ISO 20022 Umstellung: Lob für RTGS-Projekt der Bank of England
Der britische Rechnungshof hat das Modernisierungsprogramm der Bank of England zur Ablösung ihres seit 1996 betriebenen RTGS-Systems positiv bewertet und sieht darin eine Blaupause für vergleichbare staatliche IT-Großprojekte. Mit dem im April 2025 gestarteten System RT2 setzt die Zentralbank auf eine modulare Architektur und den Zahlungsverkehrsstandard ISO 20022, um Interoperabilität, Datenqualität und Zukunftsfähigkeit der kritischen Zahlungsverkehrsinfrastruktur zu erhöhen.
19.12.2025
Europäische ISO 20022-Migrationsstrategie für den Wertpapier-Post-Trade
Die AMI-SeCo der EZB hat heute eine gemeinsame Migrationsstrategie für den Übergang zu ISO 20022 in europäischen Wertpapier-Post-Trade-Services veröffentlicht. Ziel ist es, fragmentierte Daten- und Kommunikationsstrukturen bei Corporate Actions, Hauptversammlungen und im Triparty-Collateral-Management schrittweise bis 2030 zu harmonisieren. Der Übergang soll phasenweise auf Basis des SCoRE-Rulebooks erfolgen und langfristig zu einer einheitlichen, ISO 20022-basierten Kommunikationsarchitektur führen. Regulatorische Initiativen wie T+1 werden dabei als zusätzlicher Treiber genannt, der höhere Datenqualität, Automatisierung und durchgängige Prozesse erforderlich macht.
12.12.2025
Cross Border Transfer von tokenisierten Einlagen
Die Großbank HSBC, SWIFT und Ant International, ein Zahlungsdienstleister aus Singapur, haben einen erfolgreichen Proof of Concept für den grenzüberschreitenden Transfer von tokenisierten Einlagen unter Verwendung des ISO 20022-Standards abgeschlossen. Die Initiative nutzte dabei das globale Messaging-Netzwerk von SWIFT und den kürzlich eingeführten Tokenised Deposit Service von HSBC in Kombination mit der Blockchain-Technologie von Ant International.
09.12.2025
PMPG veröffentlicht Leitfaden zur Hybrid-Adresse
Die Payments Market Practice Group (PMPG) hat einen neuen "Hybrid Postal Address – Grace Period Guide for Banks" veröffentlicht, der Finanzinstituten während der ISO 20022-Übergangsphase von November 2025 bis November 2026 praktische Orientierung bietet. Der Leitfaden ist eine Reaktion auf zunehmende Datenqualitätsprobleme rund um die Hybrid-Adresse – etwa falsch genutzte Felder, fehlende Pflichtangaben oder doppelte Informationen –, die zu Reparaturen, Verzögerungen und erhöhtem Screening-Risiko führen können.
05.12.2025
Was sind die nächsten Schritte für ISO 20022?
SWIFT definiert nach dem Ende der MT/MX-Koexistenz in einer ISO 20022-Roadmap klare nächste Schritte: Dazu zählen die Abschaffung unstrukturierter Adressen ab 2026, die verpflichtende Nutzung der neuen E&I-Nachrichten camt.110/111 bis 2027 sowie die Migration von MT101, MT9xx und weiteren Nachrichtengruppen bis spätestens 2028. Die Deutsche Bank betont in ihrem aktuellen "flow briefing", dass ab 2026 ein jährlicher ISO-20022-Änderungszyklus beginnt, der neue Validierungsregeln und strengere Datenqualitätsanforderungen mit sich bringt . Parallel erweitern Marktinfrastrukturen wie T2 ihre Release-Zyklen und passen ihre Regelwerke an ISO 20022 an. Zudem treiben CPMI-Harmonisierungsvorgaben und neue FATF-Anforderungen weitere Anpassungen am Datenmodell voran. Damit rückt die Branche nun von der Migration hin zu Harmonisierung, Datenqualität und der vollständigen Nutzung des strukturierten Standards.
28.11.2025
SWIFT: Globale Finanzgemeinschaft voll auf ISO 20022 umgestellt
Die globale Finanzgemeinschaft hat den vollständigen Wechsel auf ISO 20022 abgeschlossen, meldet SWIFT. Mit dem Ende der MT/MX-Koexistenzphase wird das neue, strukturierte Nachrichtenformat weltweit zur verbindlichen Grundlage für grenzüberschreitende Zahlungsanweisungen. Jerome Piens, Chief Operations Officer bei SWIFT, spricht von "einer großen gemeinschaftlichen Leistung der gesamten Branche" und betont: "Die reichhaltigen und strukturierten ISO20022-Daten bilden das Fundament für die Zukunft der Zahlungen – und sind ein Eckpfeiler unserer Strategie für einen schnellen, reibungslosen, interoperablen und inklusiven Zahlungsverkehr."
27.11.2025
ISO 20022: BayernLB vollzieht vollständigen Wechsel auf MX-Format
Die BayernLB hat die Migration auf ISO 20022 erfolgreich abgeschlossen. Das geht aus Aussagen von Projektverantwortlichen auf LinkedIn hervor. Mit dem finalen Release des Projekts HOPE XML vollzieht die Landesbank den vollständigen Wechsel von MT-Nachrichten zu den modernen, XML-basierten MX-Formaten. Damit spricht die BayernLB nach eigenen Angaben nun in allen Bereichen den internationalen Standard des Zahlungsverkehrs. Die BayernLB sieht sich damit gut für internationale Anforderungen und Märkte aufgestellt. Ein Folge-Release für kleinere Optimierungen ist für 2026 vorgesehen. Christopher Hollfelder, Abteilungsleiter Payment Service, ordnet den Schritt ein: "Es war ein weiter Weg, bis ISO 20022 nun endlich die einheitliche Sprache im Zahlungsverkehr ist [...] Nach dem technischen Go-Live beginnt nun die eigentliche End-to-End-Umsetzung. Rich Data wird nur funktionieren, wenn alle über die gesamte Prozesskette hinweg mitmachen."
26.11.2025
ISO 20022: Erfolgreiches Migrationswochenende bei SWIFT
Das vergangene Migrationswochenende bei SWIFT und TARGET ist aus Sicht vieler Beteiligter bemerkenswert reibungslos verlaufen. DPS-Partner Carsten Lange betont: "Der finale MT/MX-Übergang und das Format-Update liefen insgesamt stabil und ruhig. Besonders hervorzuheben ist die sehr gute Vorbereitung der Marktteilnehmer – und die klare, umfassende und vorbildliche Informationspolitik von SWIFT im Vorfeld." Auch der Release bei TARGET ging weitgehend problemlos über die Bühne.
Hintergrund: Mit dem jüngsten Service-Release und dem offiziellen Ende der Koexistenzphase hat SWIFT einen zentralen Meilenstein erreicht. Parallel dazu wurde im europäischen Marktumfeld das geplante T2-Update durchgeführt, was für viele Institute einen zusätzlichen operativen Schwerpunkt bedeutete.
Nicolas Stuckens, Head of ISO 20022 & Data Quality bei SWIFT, berichtete zu Wochenbeginn, dass bereits "mehr als 97 Prozent der Zahlungsnachrichten im ISO-20022-Format eingeliefert wurden". Zudem wurde intern betont, dass der Übergang dank der guten Vorbereitung, der engen Testabstimmung und der koordinierten Umsetzung über alle beteiligten Teams hinweg glatt verlaufen sei.
Branchenstimmen unterstreichen, dass sich nun neue Potenziale eröffnen. Bei SWIFT spricht man in dem Zusammenhang von "einem wahren Schatz an strukturierten Daten", der künftig erhebliche Effizienzgewinne in Ermittlungs- und Ausnahmeprozessen ermöglichen könne. Gleichzeitig warnt Payment-Experte Akhil Rao (Nth Exception), dass "viele Institute beim Thema Datenqualität noch am Anfang stehen" und zunächst ihre Upstream-Prozesse modernisieren müssten, bevor Automatisierung wirklich skaliert.
Auch für Carsten Lange ist der Erfolg des Wochenendes nur ein Zwischenschritt: „Mit der erfolgreichen MT/MX-Migration und dem Service-Release bei SWIFT ist es natürlich nicht getan. Jetzt müssen Banken die Mehrwerte des Formats aktiv heben – und im Zuge dessen auch die Modernisierung gewachsener IT-Strukturen weiter vorantreiben.“
20.11.2025
ISO 20022: Branchenstimmen vor dem MT/MX-Finale
Kurz vor dem Migrationswochenende verdeutlichen mehrere Fachmedien, wie tiefgreifend der vollständige Wechsel des Zahlungsverkehrs bei SWIFT auf ISO 20022 tatsächlich ist. FinTech Strategy betont, dass das Format keine reine Zahlungsverkehrsmodernisierung, sondern eine bankweite Transformation ist. Architektur, Datenhaushalt und Organisationsmodelle müssten neu gedacht werden. Murthy Maddali vom IT-Dienstleister Techwave unterstreicht im Beitrag von financial magnates: "ISO 20022 ermöglicht durch angereicherte Daten eine bessere Einhaltung von Vorgaben wie AML oder GDPR." Die Automatisierung senke Kosten und Fehlerquoten und beschleunige die Verarbeitung. Treasury Today wirft indes vor dem Stichtag folgende Frage auf: "Kommt ISO 20022 jetzt wirklich für alle SWIFT-Nutzer?" Im Podcast von Treasury Management International wird derweil deutlich, dass ISO 20022 nicht nur Systeme, sondern auch Menschen verändert: Wie Banken Teams weiterbilden, Silos aufbrechen und Kompetenzen für strukturierte Zahlungsdaten aufbauen.
19.11.2025
MT/MX-Ende trifft SWIFT- und TARGET-Release: Ein herausforderndes Wochenende
Am Wochenende 22./23. November fällt das Ende der MT/MX-Koexistenz bei SWIFT mit dem SWIFT Service Release sowie parallelen Releases bei TARGET2 und T2S zusammen. Damit werden nicht nur die MT-Nachrichten endgültig abgeschaltet – gleichzeitig erhält das MX-Format mit der Einführung der hybriden Adresse ein tiefgreifendes Update, das sowohl SWIFT als auch TARGET betrifft. Diese Gleichzeitigkeit – Formatwechsel und Format-Upgrade – macht das Wochenende zu einem der anspruchsvollsten Punkte der gesamten ISO-20022-Migration, so die Einordnung der Payment-Experten Steffen Grenzheuser und Carsten Lange. Zusätzlich erschwert ein kleiner, aber relevanter Unterschied die Lage: Während SWIFT die „Instruction for Next Agent“ weiterhin erlaubt, wird sie in TARGET ab nächster Woche verboten.
17.11.2025
ISO 20022 bei SWIFT: Zwei starke Sprünge – und eine Prognose vor dem Stichtag
Kurz vor dem offiziellen Ende der MT/MX-Koexistenzphase bei SWIFT CBPR+ zeigt die Migration auf ISO 20022 eine ungewöhnlich starke Dynamik. Bereits im Oktober stieg die Adoptionsrate von 60,2 % auf 69,6 % – ein Plus von 9,4 Prozentpunkten innerhalb eines Monats. Noch deutlicher ist die Entwicklung der ersten Novemberwoche: Bis zum 9. November kletterte die Nutzung weiter auf 75,8 %, was einem erneuten Zuwachs von 6,2 Prozentpunkten in nur neun Tagen entspricht. Wenn das außergewöhnlich hohe Migrationstempo der ersten Novemberwoche anhält, liegt die ISO-20022-Adoption kurz vor dem offiziellen Ende der Koexistenzphase am 21. November bei rund 84 %.
Die Bewertung bleibt damit ambivalent. Einerseits zeigt der Markt eine bemerkenswerte Beschleunigung der Umstellung. Andererseits ist absehbar, dass ein signifikanter Anteil des Zahlungsverkehrs auch nach dem 22. November weiterhin nicht nativ im ISO-Format unterwegs sein wird – und somit auf Übergangsmechanismen wie die SWIFT-Translationsservices angewiesen bleibt.
03.11.2025
Clearstream-Release November 2025 – ISO 20022-Änderungen im Überblick
Der Zentralverwahrer Clearstream führt zum 24. November 2025 umfangreiche Erweiterungen im Rahmen des SWIFT-Releases ein. Im Fokus stehen Verbesserungen bei ISO 20022-Nachrichten, insbesondere für Cash- und Corporate-Action-Prozesse. Zu den wichtigsten Anpassungen gehören die Einführung eines hybriden Adressformats zur präziseren Datenübermittlung, erweiterte Datums- und Zeitangaben sowie ein neues Ablehnungs-Acknowledgement camt.025 für Zahlungsankündigungen. Zudem werden mehrere Corporate-Action-Nachrichten (u.a. seev.031–037) inhaltlich erweitert.
29.10.2025
Santander Bank Polska nutzt generative KI für ISO 20022
Die Santander Bank Polska unterstützt Firmen- und Unternehmenskunden bei der Umstellung auf den neuen Zahlungsdatenstandard ISO 20022. Im Online-Banking-System iBiznes24 wurde ein KI-basiertes Tool integriert, das Adress- und Kontaktdaten automatisch an die neuen Formatvorgaben anpasst. Der "Wörterbuch der Geschäftspartner" ("Słownik kontrahentów") genannte Dienst erleichtert die Migration erheblich, da er Daten prüft, strukturiert und optimiert. Damit zeigt Santander, wie generative KI helfen kann, komplexe ISO-20022-Anforderungen effizient und fehlerarm umzusetzen.
21.10.2025
Wertpapierabwicklung: Sorgt T+1 für den Umstieg auf ISO 20022?
Eine der größten Stellschrauben auf dem Weg zur Verkürzung des Wertpapierabwicklungszyklus T+1 ist die Standardisierung der Daten- und Prozesskommunikation, konstatiert Kapitalmarkt-Experte Daniël Wolswijk in einem Blogbeitrag. ISO 20022 biete sich als zukünftiger Standard an – "reichhaltiger in den Daten, besser geeignet für Automatisierung und Straight-Through-Processing". Der Weg zur Migration sei jedoch regulatorisch nicht klar vorgezeichnet. Die T+1-Roadmap verweise auf die parallele Nutzung von ISO 20022 und ISO 15022, solange der Übergang nicht vollständig vollzogen ist.
20.10.2025
ISO 20022-Adoption bei CBPR+: Erstmals über 60 %
Die aktuelle SWIFT-Statistik zum Stichtag 30. September 2025 zeigt einen deutlichen Sprung bei der ISO 20022-Adoption im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr: 60,2 % aller CBPR+-Transaktionen wurden im neuen Nachrichtenformat verarbeitet. Damit steigt die Quote innerhalb eines Monats um 6,2 Prozentpunkte – der bislang stärkste Anstieg seit Beginn der Umstellung. Im September wurden täglich rund 2,76 Millionen ISO-Zahlungsnachrichten über FINplus abgewickelt. Auch die Zahl der aktiven Sender-BICs ist mit über 3.800 weiter gestiegen, die Empfänger-BICs liegen nun bei rund 6.500. Mit knapp zwei Monaten bis zum offiziellen Ende der MT/MX-Koexistenz am 22. November 2025 ist dieses Ergebnis ein ambivalentes Signal: Einerseits belegt der kräftige Anstieg, dass die Migration Fahrt aufnimmt. Andererseits bleibt nur wenig Zeit, um die verbleibenden Institute in die ISO-Welt zu überführen.
17.10.2025
Studie: ISO 20022 wird zum Schlüssel für die Integration digitaler Währungen
Ein aktuelles Forschungspapier zeigt, dass ISO 20022 eine zentrale Rolle bei der Integration klassischer Bankensysteme in digitale Währungsumgebungen spielt. Der Standard soll als Brücke zwischen Legacy-Infrastrukturen und neuen Blockchain- bzw. CBDC-Plattformen dienen und ermöglicht strukturierte, regulatorisch nutzbare Datenflüsse. Zugleich werden in dem Paper, über das "Legacy IT Center" berichtet, die Herausforderungen durch alte Kernsysteme, parallele MT/MX-Formate und hohe Integrationskosten benannt.
07.10.2025
Vertrauen und ISO 20022 als Fundament der neuen Zahlungsarchitektur
Die Zukunft des Zahlungsverkehrs entsteht an der Schnittstelle von ISO 20022, Blockchain und Legacy-Systemen. Eine aktuelle Studie sowie die Diskussionen auf der SIBOS in Frankfurt zeigen, wie neue Standards und programmierbare Infrastrukturen Effizienz und Transparenz schaffen – zugleich aber Fragen nach Macht, Kontrolle und Vertrauen aufwerfen. Der Artikel im "Legacy IT Center" ordnet diese Entwicklungen ein und zeigt, warum ISO 20022 weit mehr ist als ein Datenformat: Es ist das Rückgrat einer hybriden, vertrauensbasierten Zahlungswelt.
24.09.2025
ISO 20022 E&I bringt Automatisierung und Case Orchestration
Die Deutsche Bank beschreibt in einem aktuellen White Paper, dass die Migration auf ISO 20022 im Bereich Exceptions & Investigations (E&I) eine grundlegende Zäsur darstellt. Ab November 2025 sollen neue Nachrichtenformate schrittweise bis 2027 eingeführt werden, unterstützt durch Swifts „Case Orchestrator“. Ziel sei es, die bislang stark manuellen Prozesse zu automatisieren, Fälle schneller zu lösen und nur die relevanten Parteien einzubinden.
23.09.2025
ISO 20022: Konverter allein lösen die Legacy-Probleme nicht
In einem Beitrag für das IT-Finanzmagazin betonen Steffen Grenzheuser (DPS) und Udo Browarczik, dass Banken bei der Einführung von ISO 20022 nicht allein auf Konverterlösungen setzen sollten. Diese übersetzten zwar alte Formate, ließen aber die strukturellen Schwächen jahrzehntealter Legacy-Systeme unangetastet. Statt radikalem Austausch raten die Autoren dazu, ISO 20022 als Chance zu nutzen: Schnittstellen öffnen, neue Anwendungen anbinden und bestehende Backends behutsam weiterentwickeln.
17.09.2025
Sibos 2025: ISO 20022 prägt den Auftakt
Wenn am 29. September die Sibos 2025 in Frankfurt startet, steht ISO 20022 gleich am ersten Konferenztag im Rampenlicht. Sechs Fachsessions widmen sich dem globalen Nachrichtenstandard und beleuchten seine Rolle aus unterschiedlichen Perspektiven. Auf der Agenda stehen Themen wie die Umsetzung von FATF Recommendation 16, hybride Adressformate in der ISO 20022-Ära sowie die Bedeutung von Datenqualität für die volle Ausschöpfung des Standards. Weitere Panels thematisieren den Weg zu „rich data“, die nächsten Schritte der ISO-20022-Einführung sowie Chancen für Innovationen über reine Compliance hinaus.
11.09.2025
ISO 20022-Adoption bei CBPR+: Erstmals über 50 Prozent
Die aktuelle SWIFT-Statistik für August 2025 zeigt einen wichtigen Meilenstein: 54,0 % aller grenzüberschreitenden Zahlungsinstruktionen im CBPR+-Verkehr werden inzwischen im ISO 20022-Format abgewickelt. Damit wurde erstmals die Marke von 50 % klar überschritten. Im August wurden durchschnittlich 2,36 Millionen ISO-Zahlungen pro Tag über den FINplus-Service verarbeitet. Mehr als 3.100 BICs traten als Sender auf, über 6.300 BICs als Empfänger. Mit Blick auf das bevorstehende Ende der MT/MX-Koexistenz am 22. November 2025 ist der deutliche Anstieg zwar ein positives Signal – doch bleibt die Frage, ob die Branche die Umstellung in den verbleibenden Monaten in ausreichender Breite vollziehen kann.
29.08.2025
ISO 20022: Fünf Erkenntnisse aus der Unternehmenspraxis
Die Deutsche Bank hat zentrale Erfahrungen zur ISO 20022-Migration aus Sicht von Unternehmen zusammengefasst. Unterschiede in der regionalen Umsetzung (z. B. DK-Standards, CGI-MP oder Swift SCORE+) erfordern demnach eine sorgfältige Planung, insbesondere beim Übergang zu FINplus-Kontoauszügen. Herausforderungen bestünden etwa bei der Datenmenge, der Darstellung von Sammelbuchungen und der Nutzung strukturierter Adress- und Verwendungsdaten, die spätestens ab November 2026 verpflichtend werden. Gleichzeitig eröffne ISO 20022 neue Chancen im Treasury-Management, etwa durch eindeutige Referenzen wie UETR und LEI. Unternehmen sollten frühzeitig mit Banken und Systemanbietern zusammenarbeiten, um eine reibungslose Migration sicherzustellen.
27.08.2025
ISO 20022 im Fokus der SIBOS 2025
Die diesjährige SIBOS-Konferenz (29.9. bis 2.10. in Frankfurt) rückt wenige Wochen vor dem Ende der MT/MX-Koexistenzphase am 22. November 2025 das Thema ISO 20022 in den Mittelpunkt. Diskutiert werden sowohl der Stand der globalen Migration im Zahlungsverkehr als auch die Vorteile strukturierter Daten für Compliance, Geldwäscheprävention und Automatisierung. Auch im Wertpapierbereich zeigt sich die Bedeutung von ISO 20022 deutlich – etwa in der Session „T+1 and beyond: Building the future of global markets“. Die Verkürzung des Abwicklungszyklus auf T+1 erfordert mit großer Wahrscheinlichkeit, dass Transaktionen vollständig und automatisiert im neuen Standard verarbeitet werden.
14.08.2025
Noch 100 Tage bis zum offiziellen Ende der MT/MX-Koexistenz bei SWIFT
Am 22. November 2025 endet planmäßig die parallele Nutzung von MT- und ISO 20022-Nachrichten im Rahmen von CBPR+. In einem aktuellen Blogbeitrag macht Payment-Experte Udo Browarczik deutlich: Der Termin ist weniger eine harte Deadline als ein Wendepunkt. Institute, die bis dahin nicht vollständig auf ISO 20022 umgestellt sind, können den Zahlungsverkehr zwar weiter abwickeln, geraten jedoch spätestens mit dem Jahreswechsel 2025/2026 in ein preisempfindliches und technisch komplexes Rest-Szenario, wenn SWIFT Gebühren für den Inflow Translation Service einführt.
11.08.2025
SWIFT CBPR+: ISO 20022-Adoption legt im Juli deutlich zu
Der Anteil von ISO 20022-Nachrichten im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr über SWIFT CBPR+ ist im Juli 2025 deutlich gestiegen. Laut SWIFT lag die Adoption Rate bei 49,8 % – ein Plus von 5,2 Prozentpunkten gegenüber Juni und damit der stärkste Monatsanstieg in diesem Jahr. Im Durchschnitt wurden täglich 2,2 Millionen ISO-Zahlungsnachrichten verarbeitet, rund 190.000 mehr als im Vormonat. Beobachter sehen in der am 14. Juli erfolgten Fedwire-Umstellung auf ISO 20022 einen möglichen Treiber für diesen deutlichen Zuwachs.
07.08.2025
ISO 20022 wird auch ohne GPI-Anbindung relevant – Reklamationen im Fokus
In einem Blogbeitrag zeigt Steffen Grenzheuser, Senior Payment Consultant bei DPS, auf welche tiefgreifenden Änderungen Banken im Zuge der ISO-20022-Umstellung bei Zahlungsverkehrs-Reklamationen bevorstehen. Die bisherigen MT-Nachrichten (MT192, MT195, MT196) werden schrittweise durch strukturierte camt-Formate ersetzt – begleitet von der Einführung eines zentralen Case Managements. Spätestens ab November 2026 gelten neue Pflichten für die Abwicklung von Rückrufen und Anfragen, ab November 2027 endet die Unterstützung für MT-Nachrichten vollständig. Die Transformation betrifft alle Institute mit AZV-Services – auch ohne GPI-Anbindung.
17.07.2025
ISO 20022 Migration bei Fedwire verläuft weitgehend reibungslos
Die Federal Reserve hat offiziell bestätigt, dass die Migration des Fedwire Funds Service auf ISO 20022 am 14. Juli wie geplant erfolgt ist. In der Mitteilung bezeichnet Mark Gould, Chief Payments Executive der Federal Reserve Financial Services (FRFS), die Umstellung als „wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem moderneren Zahlungsverkehr“. Auch aus Sicht der Banken verlief der Übergang wohl weitgehend reibungslos. Lance Noggle, Senior Vice President für Operations and Senior Regulatory Counsel bei der Independent Community Bankers of America (ICBA), erklärte gegenüber „Payments Dive“, man habe keine negativen Rückmeldungen von Mitgliedsbanken erhalten. Besonders bemerkenswert ist diese Rückmeldung, da Community-Banken im Vorfeld der ursprünglichen März-Migration als auslösender Faktor für die Verschiebung galten. Der jetzige reibungslose Ablauf wird als Zeichen gewertet, dass auch kleinere Institute die zusätzliche Vorbereitungszeit erfolgreich genutzt haben.
Auch aus Sicht von Dienstleistern bestätigt sich der positive Eindruck. Booshan Rengachari vom Zahlungsdienstleisters Finzly, sagte: „Für uns war es ein nahtloses Upgrade. Soweit ich weiß, haben die meisten Banken das problemlos gemeistert.“ Zugleich merkt er an, dass es bei einigen Banken vorübergehend zu Überschneidungen zwischen dem alten und dem neuen System kommen könnte, was zu Ineffizienzen führen würde. „Einige Banken arbeiten derzeit mit zwei Systemen – einem mit dem alten Format und einem anderen, das dieses übersetzt –, was für sie zu Komplexität geführt hat.“
Mit der nun erfolgten Umstellung reiht sich der US-Markt weiter in die globale Bewegung hin zu ISO 20022 ein. Der Fedwire Funds Service wickelt durchschnittlich mehr als 4,7 Mrd. US-Dollar an Überweisungen pro Tag ab. Viele Marktbeobachter erwarten, dass die erfolgreiche Migration bei Fedwire zusätzliche Impulse für die noch stockende Umstellung im grenzüberschreitenden Bereich (CBPR+) setzen wird.
16.07.2025
ISO 20022 bei SWIFT: Juni-Zuwachs, aber Tempo bleibt kritisch
Die aktuelle SWIFT-Statistik zur Nutzung von ISO 20022 im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr (CBPR+) zeigt eine fortschreitende, aber weiterhin kritische Entwicklung. Im Juni 2025 lag die Adoption Rate – also der Anteil der Zahlungsinstruktionen, die im ISO 20022-Format über den FINplus-Service abgewickelt werden – bei 44,6 %. Im Vormonat Mai lag der Wert bei 41,2 %, im April noch bei 38,5 %. Damit ergibt sich für Juni ein monatlicher Zuwachs von 3,4 Prozentpunkten, nachdem der Anstieg im Mai lediglich 2,7 Prozentpunkte betragen hatte. Insgesamt entspricht das einem Plus von 17,0 Prozentpunkten seit Oktober 2024, als die Adoption Rate noch bei 27,6 % lag. Trotz der positiven Entwicklung in den letzten zwei Monaten bleibt die Dynamik aus Sicht vieler Marktbeobachter unzureichend – denn bis zum Ende der MT/MX-Koexistenzphase im November 2025 verbleiben nur noch vier Monate. Hoffnung auf zusätzliche Bewegung kommt nun aus den USA: Mit der erfolgreichen Umstellung von Fedwire auf ISO 20022 am 14. Juli 2025 ist ein weiterer bedeutender Meilenstein erreicht. Die Erwartung ist, dass sich dieser Schritt auch auf internationaler Ebene – und damit auf die Entwicklung bei SWIFT CBPR+ – positiv auswirkt.
10.07.2025
ISO 20022-Umstellung bei Fedwire – jetzt wird’s ernst
Am kommenden Wochenende vom 12./13. Juli 2025 steht ein wichtiger Meilenstein in der weltweiten ISO 20022-Migration bevor: Der US-Zahlungsverkehrsdienst Fedwire stellt zum 14. Juli 2025 verbindlich auf das neue Nachrichtenformat um. Wie die Federal Reserve in einer aktuellen Mitteilung bestätigt, wird der bisherige FAIM-Standard (Fedwire Application Interface Manual) am Freitagabend, den 11. Juli, deaktiviert. Ab Sonntagabend greift dann das neue Format für den ersten Geschäftstag mit ISO 20022. Die Umstellung folgt auf eine mehrjährige Vorbereitungsphase mit Tests, Migrationsunterstützung und Early-Adoption-Angeboten. Der ursprüngliche Umstellungstermin vom März 2025 musste aus Vorsichtsgründen verschoben werden. Für Institute und Firmenkunden bedeutet die Umstellung zahlreiche Anpassungen: Bestehende Vorlagen (Wire Templates) im bisherigen Format lassen sich nicht übernehmen. Diese müssen neu erstellt werden – darauf weist etwa die First National Bank of Central Florida explizit hin. Außerdem wird empfohlen, größere Überweisungen im Umfeld des Umstellungstermins frühzeitig zu disponieren, um eventuelle Verzögerungen zu vermeiden.
26.06.2025
ISO 20022 bei CBPR+: Adoption Rate steigt weiter nur langsam
Die von SWIFT veröffentlichten Zahlen zur Nutzung von ISO 20022 im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr (CBPR+) zeigen, dass der Umstieg auf das neue Nachrichtenformat nur schleppend vorankommt. Im Mai 2025 lag die sogenannte Adoption Rate – also der Anteil der Zahlungsinstruktionen, die bereits im ISO 20022-Format (pacs.002, .004, .008, .009, .009Cov) über den FINplus-Service abgewickelt werden – bei 41,2 %. Im Oktober 2024 lag dieser Wert noch bei 27,6 %, was einem Anstieg von 13,6 Prozentpunkten in sieben Monaten entspricht. Zwischen April und Mai 2025 erhöhte sich die Adoption Rate hingegen lediglich um 2,7 Prozentpunkte – von 38,5 % auf 41,2 %. Diese eher moderate Steigerung verdeutlicht, dass der Migrationsdruck im Markt bislang nicht in der Breite spürbar geworden ist. Begleitet wird die Entwicklung von einem moderaten Anstieg beim täglichen Nachrichtenvolumen – von rund 1,17 Millionen im Oktober 2024 auf über 1,84 Millionen im Mai 2025. Auch die Zahl der aktiv sendenden BIC8-Codes ist in diesem Zeitraum gestiegen – von über 1.520 auf mehr als 2.300. Die Zahl der sendenden Länder wuchs von über 150 auf über 180. Insgesamt zeigt sich: Der Umstieg auf ISO 20022 kommt zwar voran, verläuft jedoch deutlich langsamer als von vielen Marktteilnehmern erwartet.
17.06.2025
RTGS-Systeme weltweit: ISO 20022 – eine Situationsanalyse
Eine aktuelle Auswertung zeigt: Die Migration der Zentralbank-geführten RTGS-Systeme auf ISO 20022 ist in vollem Gange. Während rund die Hälfte der Systeme bereits umgestellt ist, planen viele weitere die Einführung bis Ende 2025. Eine ausführliche Situationsanalyse auf 20022.info beleuchtet den globalen Migrationsstand, benennt konkrete Systeme und nennt Gründe für Verzögerungen – von technischen Altlasten bis hin zu strategischer Systemerneuerung.
11.06.2025
ISO 20022 bei Fedwire: Last-Minute-Appell der Fed an Banken
Knapp einen Monat vor der geplanten ISO 20022-Migration bei Fedwire, dem zweitgrößten Clearinghaus für Dollar-Transaktionen, gibt das Federal Reserve System den Banken in einem aktualisierten Leitfaden dringliche Hinweise zur Vorbereitung auf die Umstellung an die Hand. Schon heute sollten die Institute sicherstellen, dass ihre Systeme und Schnittstellen die neuen Nachrichtenformate verarbeiten können. Tests im DIT2-Umfeld sind Pflicht für Institute mit mehr als 100 täglichen Nachrichten, werden aber auch allen anderen Banken dringend empfohlen. Die Attestierung der Einsatzbereitschaft sollte bereits vorliegen. Für das Migrationswochenende (12./13. Juli) ist geplant, dass alle FAIM-Nachrichten archiviert und „In Process“-Nachrichten gelöscht werden. Deshalb ist es entscheidend, dass alle Prozesse bis Freitagabend abgeschlossen sind. Screenshots der Einstellungen und Receiver-ABAs helfen, einen reibungslosen Start am Montag, 14. Juli, zu gewährleisten. Am Tag 1 selbst sollten Banken den Browser-Cache leeren, die Einstellungen überprüfen und sicherstellen, dass alle ISO 20022-Templates und Nachrichten verfügbar sind. Ein funktionierender Export für OFAC- und andere Prüfungen muss sichergestellt sein. Sollten Banken die Migration nicht schaffen, müsse ein Notfallplan bereitliegen, z.B. Zugriff auf den Discount Window der Federal Reserve als Liquiditätsquelle.
02.06.2025
ISO 20022 auf dem EBAday 2025: Noch nicht am Ziel – aber auf einem guten Weg?
Auf dem EBAday 2025 in Paris diskutierten Experten im Panel „ISO 20022 Migration – The Final Push“ den aktuellen Stand der MT/MX-Umstellung bei SWIFT CBPR+. Moderiert wurde die Sitzung von Kjeld Herreman (Paylume). Zu den Panelisten gehörten unter anderem Christopher Gardner (Deutsche Bank), Domenico Scaffidi (Bank of England), Justin Brearley-Smith (J.P. Morgan) und Sylvain Dauge (Société Générale).
Wie "Finextra" berichtet, hob Brearley-Smith hervor, dass das Publikum des Panels mit 43 % bereits alle ausgehenden Nachrichten im ISO 20022-Format versendet, was über dem globalen Durchschnitt liegt. Er prognostizierte jedoch, dass viele Institute bis November 2025, dem Ende der Koexistenzphase von ISO- und MT-Nachrichten, vor einer „Big Bang“-Umstellung stehen könnten, insbesondere da gleichzeitig neue Anforderungen wie das „Hybrid Address“-Format eingeführt werden.
Die Panelisten betonten, dass viele Organisationen zunächst auf In-Flow-Übersetzungen angewiesen sein werden, bevor sie vollständig native ISO 20022-Nachrichten implementieren können. Verglichen wurde die Situation mit einem „langen Wochenende“, an dem alle gleichzeitig auf die Autobahn wollen, was zu Staus führt. Scaffidi wies darauf hin, dass insbesondere kleine und mittelgroße Finanzinstitute möglicherweise nicht über die Ressourcen verfügen, um die Migration vollständig umzusetzen, was ein systemisches Risiko darstellen könnte.
20.05.2025
ISO 20022-konform heißt noch lange nicht innovationsfähig
Payment-Experte Udo Browarczik spricht im Interview auf "Legacy IT Center" über die Herausforderungen im Zahlungsverkehr nach der ISO 20022-Migration. Seine zentrale Botschaft: Wer weiter nur konvertiert, wird von der Marktentwicklung abgehängt. Im Gespräch erklärt er, warum Altanwendungen auf dem Mainframe ertüchtigt werden müssen – und wie eine strategisch kluge Modernisierung auch ohne Systemabriss gelingen kann.
15.05.2025
ISO 20022: Schlüsselstandard für die T+1-Umstellung in Europa
In ihrem aktuellen Bericht zur Verkürzung des Wertpapierbwicklungszyklus auf T+1 betont die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) die zentrale Rolle des Nachrichtenstandards ISO 20022. Darauf weist Daan Wolswijk, Wertpapier-Experte bei DPS, in einem aktuellen Beitrag hin. Die Behörde macht klar, dass eine erfolgreiche Migration auf T+1 nur durch vollständige Automatisierung der Nachhandelsprozesse möglich ist – und verweist ausdrücklich auf ISO 20022 als technischen Schlüssel. Diese Positionierung könnte ein entscheidender Antrieb dafür sein, dass ISO 20022 nun auch im europäischen Wertpapiersektor flächendeckend eingeführt wird.
02.05.2025
ISO 20022 bei CBPR+: Non-Compliance bringt negative Auswirkungen
"Da wir uns in den letzten Monaten der CBPR+-Koexistenz befinden, ist die Botschaft klar: Finanzinstitute müssen jetzt handeln", so die Maßgabe eines Gastbeitrags auf "Der Bank Blog". Der Autor nimmt das Ende der MT/MX-Koexistenzphase bei SWIFT im November in den Blick und mahnt: "Finanzinstitute, die bis zum 22. November 2025 nicht vollständig konform sind, müssen mit betrieblichen, geschäftlichen und finanziellen Auswirkungen rechnen."
28.04.2025
EPC veröffentlicht Mapping-Empfehlung für SEPA-Reporting nach ISO 20022
Der European Payments Council (EPC) hat Empfehlungen zur Kundenauskunft über Zahlungen im Rahmen von SEPA Credit Transfers (SCTs), One-Leg-Out Instant Credit Transfers (OCT Inst) und SEPA Direct Debits (SDDs) nach dem ISO 20022-Standard veröffentlicht. Das Dokument bietet u.a. eine Mapping-Übersicht, wie die in den jeweiligen SEPA-Regelwerken definierten Datenfelder (DS-02 für SCT/OCT Inst und DS-04 für SDD) auf konkrete ISO 20022-Reporting-Nachrichten (camt.052, camt.053, camt.054) abgebildet werden können.
10.04.2025
"Euromoney" beleuchtet Investitionen der Banken in Sachen ISO 20022
Während die ISO 20022-Transformation an Fahrt aufnimmt, untersucht "Euromoney" in einer Artikelserie die umfangreichen Technologieinvestitionen und System-Upgrades, die Banken getätigt haben, um das volle Potenzial des XML-basierten Nachrichtenformats auszuschöpfen. Im Fokus stehen dabei JPMorgan Payments, Citi, BNY, Scotiabank, Lloyds und BNP Paribas.
07.04.2025
Deutsche Bank mit neu strukturiertem ISO 20022-Wissensarchiv
"ISO 20022-Migration aus erster Hand" - unter diesem Titel hat die Deutsche Bank ihr Infoangebot für Unternehmenskunden und institutionellen Kunden neu strukturiert. "Die Frist für die Umstellung auf ISO 20022 für Banken im November 2025 und die Frist für unstrukturierte Postanschriften für Firmenkunden im November 2026 rückt immer näher", heißt es zum Hintergrund. Das ISO 20022-Wissensarchiv soll "bei der Bewältigung des Übergangszeitraums" unterstützen.
18.03.2025
Volksbanken mit ISO 20022-Infos für Unternehmenskunden
Neben den großen Geschäftsbanken starten auch die Volksbanken hierzulande eine Informationsoffensive, um ihre Unternehmenskunden auf die verpflichtenden Nutzung von ISO 20022 als Umsatz- und Zahlungsverkehrsformat vorzubereiten. So informiert die Volksbank Darmstadt Mainz, dass die SWIFT-Formate (MT940 / MT942) und die camt-Formate in der Version 02 zum November 2025 abgeschaltet werden. Ab diesem Zeitpunkt erfolge die Bereitstellung ausschließlich in den camt-Formaten der Version 08. Mit Blick auf neue pain-Formate für SEPA- und Auslandsüberweisungen ab November 2026 heißt es: "Während bislang bei der Einführung neuer Formatversionen ältere Versionen noch längere Zeit genutzt werden konnten, wird mit der Umstellung auf ISO 20022 ein harter Schnitt vollzogen." Ratschlag des Instituts: "Planen Sie die Umstellung Ihrer Systeme rechtzeitig."
05.03.2025
Was bringt der Einsatz von ISO 20022 für Hauptversammlungen?
In einem Gastbeitrag für das "HV Magazin" (Ausgabe 1/2025) beleuchtet Christof Schwab, Director Business Development bei Computershare Deutschland, Hintergründe und Auswirkungen des Einsatzes des Nachrichtenformats ISO 20022 für Hauptversammlungen. Bei den ersten HVs des Jahres sind demnach mehr als 50% der Stimmen in dem neuen Format eingegangen. Emittenten könnten durch einen Zusatzservice bereits zwei bis drei Wochen vor der Hauptversammlung einen Einblick in das Abstimmverhalten erhalten. Der Autor zieht dennoch ein kritisches Fazit: "Intermediäre streben mit ISO 20022 ein 'Straight Through Processing' an ... Es besteht die Gefahr, dass der Emittentennutzen aus den Augen verloren wird."
25.02.2025
ISO 20022 Verschiebung bei Fedwire: Kleinere US-Banken waren nicht gut vorbereitet
Nachdem die Umstellung des Echtzeit-Abwicklungssystems Fedwire auf ISO 20022 um gut vier Monate verschoben wurde, gibt es nun erste Aussagen zu konkreten Hintergründen. „ISO 20022 ist eine der größten Standard-Änderungen des Zahlungsverkehrs im 21. Jahrhundert, und jede US-Bank hat große Anstrengungen unternommen, um die Frist einzuhalten – aber der Vorbereitungsstand ist nicht überall gleich“, wird Gary Stein, der
für den Bereich Zahlungsverkehr zuständige Geschäftsführer von Accenture, in einem Beitrag von "Payments Dive" zitiert. Während große Finanzinstitute in der Lage waren, hier schneller voranzukommen, seien kleinere regionale Banken und Kreditgenossenschaften immer noch dabei, den Rückstand aufzuholen, so Stein. Dies dürfte gerade auf die "Community Banks" (Gemeindebanken) zutreffen. Diese zumeist kleineren, lokal verwurzelten und orientierten Institute stellen in den USA mit über 90 Prozent die weit überwiegende Mehrheit der Banken. In einem aktuellen Blogbeitrag unterstreicht Kari Mitchum, Vice President Payments Policy beim Branchenverband Independent Community Bankers of America (ICBA), die Notwendigkeit, die jetzt gewonnene zusätzliche Zeit für eine effektive Vorbereitung auf ISO 20022 zu nutzen. Insbesondere die Möglichkeit von Peer-Tests hebt Mitchum hervor. Diese ermöglichen es den Teilnehmern, vor der Migration ISO 20022-Testnachrichten in der DIT2-Umgebung auszutauschen.
19.02.2025
ISO 20022: Deutsche Bank mahnt Unternehmen zu rechtzeitiger Vorbereitung
"ISO 20022 – Es ist Zeit zu handeln!", mahnt die Deutsche Bank und verweist darauf, dass auch Unternehmen ab November 2026 XML-basierte Zahlungsnachrichten im ISO 20022-Standard zur Einreichung ihrer Zahlungsaufträge nutzen müssen. Das mache Anpassungen an bestehenden Systemen und Prozessen erforderlich. Verwiesen wird u.a darauf, dass im Interbanken-Zahlungsverkehr bestimmte Adressdatenelemente für Auftraggeber, Begünstigter und die Ultimate Parties verpflichtend in strukturierter Form angegeben werden müssen. Künftig sind nur noch strukturierte oder hybride Adressdaten zulässig. Die unstrukturierte Adresse werde ab November 2026 nicht mehr unterstützt. Wenn die Adressdaten nicht in strukturierten Elementen bereitgestellt werden, könne dies zur Abweisung der Zahlungsinstruktionen führen.
14.02.2025
ISO 20022 Umstellung bei Fedwire wird um 4 Monate verschoben
Die Federal Reserve Banks haben die Einführung des ISO 20022-Standards für den Fedwire Funds Service auf den 14. Juli 2025 verschoben. Ursprünglich war die Umstellung für den 10. März 2025 geplant. Diese Entscheidung wurde getroffen, um den Teilnehmern mehr Zeit für die Vorbereitung und das Testen zu geben, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Damit wiederholt sich ein schon oft gesehenes Grundmuster: Die unzureichende Vorbereitung einiger Markakteure mündet in der Verschiebung der ISO-Migrationsprojekte. Auch lässt die Fed erkennen, dass sie den US-Banken unter Umständen noch mehr Zeit für die Umstellung einräumen könnte: Der Fedwire Fund Service will bis 27. Juni seine endgültige Entscheidung für oder gegen den 14. Juli bekannt geben.
Die Umstellung auf ISO 20022 wird in einem "Big Bang"-Ansatz erfolgen, was bedeutet, dass die Migration in einem einzigen Schritt durchgeführt wird. Die Federal Reserve Banks betonen in ihrer Mitteilung erneut die Bedeutung dieser Umstellung für die Modernisierung und Harmonisierung des Zahlungsverkehrs und empfehlen allen Teilnehmern, ihre internen Systeme und Prozesse rechtzeitig anzupassen. Teilnehmer werden ermutigt, die bereitgestellten Ressourcen und Testmöglichkeiten zu nutzen, um sicherzustellen, dass sie bis zum neuen Termin vollständig vorbereitet sind.
07.01.2025
ISO 20022-Umstellung: Informationsinitiativen der Commerzbank und TD Bank
Vor dem Hintergrund der im November diesen Jahres endenden MT/MX-Koexistenzphase setzen immer mehr Banken auf proaktive Maßnahmen, um ihre Firmenkunden bei der Umstellung auf ISO 20022 zu begleiten. So informiert die Commerzbank Unternehmen nun auch mit einem englischsprachigen Angebot und mahnt, dass der neue Standard großen Einfluss auf Prozesse und Buchhaltungssysteme habe. ISO 20022 bringe beispielsweise Änderungen bei elektronischen Kontoauszügen und deren Verarbeitung mit sich.
Das US-Institut TD Bank hat die Vorbereitung seiner Unternehmenskunden auf das MX-Format indes zur "Top-Priorität" erhoben. Auf dem entsprechenden Informationsangebot wird zu den Hintergründen notiert: Der ISO 20022-Standard wurde im April 2024 bereits von CHIPS für elektronische Zahlungen übernommen und wird im März 2025 von Fedwire und im November 2025 von SWIFT adaptiert.
Frühere News zum Thema ISO 20022 - rückblickend bis in Jahr 2021 finden Sie in unserem News-Archiv.
Was ist ISO 20022?
ISO 20022 wird auch als UNIFI-Standard (UNIversal Financial Industry message scheme) bezeichnet. Dieser Standard strebt eine weltweite Konvergenz von existierenden und neuen Nachrichtenstandards aus verschiedenen Bereichen des Finanzwesens an.
Für die Entwicklung neuer Nachrichten bietet ISO 20022 eine Plattform, die einen einheitlichen Entwicklungs- und Modellierungsprozess von Nachrichten vorgibt. Dies bedeutet, dass Nachrichten in Standardisierungsorganisationen beispielsweise bei SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) entwickelt und unter ISO 20022 als weltweit gültiger Standard verabschiedet werden.*
* Quelle: Bundesverband deutscher Banken
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